WG-Klasse verlegt zwei Stolpersteine

Die beiden neuen Stolpersteine in der Wilhelmstraße

Die Schülerinnen der WGI21, Lehrerin Mona Frommer und weitere Besucher bei der Stolpersteinverlegung

Die Schülerinnen der WGI21, Lehrerin Mona Frommer und weitere Besucher bei der Stolpersteinverlegung

"Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon." (Max Mannheimer)

Weitere Informationen im Gewölbekeller des Weinschlösschens

Weitere Informationen im Gewölbekeller des Weinschlösschens

Schülerinnen erläutern den Lebensweg der Scheuermanns und den Verlauf ihres Projektes.

Schülerinnen erläutern den Lebensweg der Scheuermanns und den Verlauf ihres Projektes.

Nach fast halbjährigem Vorlauf fand sie dann endlich statt – die Stolperstein-Verlegung, mit der die Klasse WGIJ21 an Dr. Siegfried Scheuermann, den ehemaligen Rabbiner der jüdischen Gemeinde Freiburg und seine Frau Elsa Scheuermann, erinnerte.


Der Gehsteig vor dem Eingang zum Weinschlösschen in der Wilhelmstraße 17 füllte sich am Donnerstag, den 16. Mai 2019 um kurz vor 16 Uhr. Unter den Teilnehmenden waren die bekannte israelische Schriftstellerin Lizzy Doron, die ehemalige Schulleiterin der Max-Weber-Schule Freiburg, Frau Kaiser, Herr Kühn, Schulleiter der Max-Weber-Schule sowie Herr Matt, sein Stellvertreter, Frau Rosset, Fachabteilungsleitung des Wirtschaftsgymnasiums, Frau Kornagel, Vorstandsmitglied des Max-Weber-Kolleg, die stellvertretende Institutsleitung vom Goethe-Institut, Frau Martial, Frau Baumann vom Kulturamt Freiburg, Herr Ueckermann, Leiter des Tiefbauamts Freiburg, Frau Demnig, die Frau des bekannten Künstlers Gunter Demnig, Mitglieder der Israelitischen Gemeinde Freiburg, der Egalitären Jüdischen Chawurah Gescher Freiburg und des Christlich-Jüdischen Dialogs, ehrenamtliche MitartbeiterInnen der Stolperstein-Initiative Freiburg, LehrerInnen und SchülerInnen der Max-Weber-Schule, Studierende der PH Freiburg, interessierte Passanten etc.
Die Verlegung der Stolpersteine begann mit einem Bläser-Quartett (Madeleine, Paula, Sabrina, Steffi). Plakate mit den Zitaten von Holocaust-Überlebenden regten daraufhin zusätzlich zum Nachdenken an (Plakate von Laura und Lam Thao). Als Herr Kaufmehl vom Tiefbauamt die beiden Stolpersteine verlegte, versuchten viele Teilnehmer, einen Blick zu erhaschen, denn der Gehsteig hatte sich bereits stark gefüllt. Viele Anwesende hatten noch nie zuvor gesehen, wie Stolpersteine verlegt werden. Handzettel informierten die Teilnehmenden über den Lebenslauf von Dr. Siegfried Scheuermann und Elsa Scheuermann, welche vor 80 Jahren in diesem Gebäude wohnten (Handzettel von Tabea). Die Schülerinnen Pauline und Paula legten in Erinnerung an das Ehepaar Rosen neben den frisch verlegten Steinen nieder. Das Bläser-Quartett spielte zum Ende der Verlegung erneut.
Der zweite Teil der Veranstaltung fand im Gewölbekeller des Weinschlösschens statt. Nach der Begrüßung durch Herrn Kühn, dem Schulleiter der Max-Weber-Schule, stellte Frau Demnig, die Frau des Stolperstein-Künstlers Gunter Demnig, die Stolperstein-Stiftung und den Stolperstein-Wettbewerb für SchülerInnen vor. Die Schülerinnen Eva, Jana, Marie und Pia brachten dem Publikum den Lebensweg der Scheuermanns näher, unterstützt durch ein Plakat mit den wichtigsten Stationen im Leben. Die Schülerin Tabea, die die Forschungsergebnisse zum Klassenprojekt zusammengefasst hatte, erläuterte zudem die historischen Dokumente, wie den Stadtplan des Vermessungsamts Freiburg, das Einwohnerverzeichnis der Stadt Freiburg aus den Historischen Beständen der Universitätsbibliothek Freiburg und die zahlreichen Dokumente aus dem Archiv des International Tracing Service. Mittels eines großen Plakats verdeutlichten die Schülerinnen zusätzlich den Ablauf ihres Stolperstein-Projekts von der Abstimmung mit der Klasse über die Teilnahme am Stolperstein-Wettbewerb über das Bilden einer Expertengruppe (Evelyn, Jana, Kai, Larissa, Lam Thao, Marie, Tabea), die historische Recherche bis hin zum Entwurf des Programms zur Stolperstein-Verlegung und der Gestaltung der Einladungen (Lam Thao und Jana) zur Veranstaltung, der Auswahl der Verlegestelle (Larissa und Evelyn) und dem BZ-Interview (Evelyn, Jana, Larissa, Tabea). Weitere Schülerinnen lasen aus ihren Lernportfolios zum Thema „Gedenken und Erinnern“ vor (Jeta, Madeleine, Pauline).
Außerdem hatte Veronika Bendiks, Schauspielerin des Freiburger Klassenzimmertheaters, an diesem Abend Premiere mit dem Stück „Name: Sophie Scholl“. Das Theaterstück kam mit sehr wenigen Requisiten und nur einer Schauspielerin aus, fesselte jedoch das gesamte Publikum. Am Ende der Veranstaltung gab es einen großen Applaus für das außergewöhnliche Engagement Klasse WGIJ21 und den verschiedenen Beiträgen der SchülerInnen zur Veranstaltung.
Der besondere Dank der Klasse geht an Herrn Dr. Widmann vom Stadtarchiv Freiburg, Frau Dr. Urban vom International Tracing Service, Herrn Kaufmehl vom Tiefbauamt Freiburg, Frau Bochtler von der Badischen Zeitung, die Universitätsbibliothek Freiburg, das Vermessungsamt Freiburg, die Kulturschule Max-Weber-Schule, den Förderverein Max-Weber Kolleg, das Schulleitungsteam der Max-Weber-Schule und allen, die an der Veranstaltung teilgenommen haben. Vielen Dank auch an alle, die gespendet haben für die Finanzierung der beiden Stolpersteine.

 

Klasse WGIJ21 in der Badischen Zeitung
Die Badische Zeitung berichtete in einem Artikel über das Stolperstein-Projekt und kündigte die Stolperstein-Verlegung der Öffentlichkeit im Voraus an. Frau Anja Bochtler, Redakteurin für die BZ, führte im Vorfeld der Stolperstein-Verlegung ein ausführliches Interview mit Tabea Grafmüller, Larissa Schappacher, Jana Bosch und Evelyn Schweiz, Schülerinnen der Expertengruppe aus der Klasse WGIJ21 und Frau Mona Frommer, Fachlehrerin Geschichte mit Gemeinschaftskunde.
Der Zeitungsartikel ist online abrufbar unter:
https://www.badische-zeitung.de/freiburg/eine-schulklasse-hat-stolpersteine-fuer-ein-freiburger-ehepaar-organisiert--173204011.html